Praxis für Naturheilkunde
Jenny Reetmeyer - Heilpraktikerin -

Die Geschichte der Phytotherapie

Bereits im Altertum wurden zahlreiche Heilpflanzen eingesetzt und sogar Handel mit ihnen betrieben. Die ältesten historischen Aufzeichnungen in Keilschrift über Heilpflanzen sind immerhin 6.000 Jahre alt. Sie wurden am Persischen Golf auf Tontafeln gefunden. Neben der chinesischen Heilkunde beschäftigten sich auch griechische Gelehrte wie Hippokrates und Dioskorides ausgiebig mit der Pflanzenheilkunde.

Im Mittelalter wurden die frühen Kenntnisse in der Pflanzenheilkunde von Mönchen und Nonnen weitergepflegt, die in dieser Zeit eine wichtige Instanz in dieser Disziplin darstellten. Zu nennen sind hier z.B. Hildegard von Bingen, nach der die Hildegard-Medizin benannt wurde.


Die moderne Phytotherapie

Im 20. Jahrhundert wurde die Heilpflanzenkunde durch den Arzt Dr. Rudolf Fritz Weiss auf eine wissenschaftliche Basis gestellt, indem er den ersten Lehrstuhl für Phytotherapie in Deutschland gründete und so zur Anerkennung durch die Schulmedizin beitrug.

Während die Phytotherapie sich mit der Wirkung von Pflanzenstoffen auf den kranken Menschen und der Nutzung von Heilpflanzen als Therapie beschäftigt, erforscht im Gegensatz dazu die Pharmakognosie deren chemische Bestandteile. Dabei werden ihre Inhaltsstoffe teilweise in Einzelwirkstoffe zerlegt, die wiederum die Basis für zahlreiche schulmedizinische Medikamente bilden können.


Wirkungsweise der Phytotherapie

Die naturwissenschaftlich begründete Phytotherapie ist heutzutage ein selbstverständlicher Teil der klassischen Schulmedizin und stellt die Verbindung zur Naturheilkunde dar. Sie gilt als komplementärmedizinische Methode und lässt sich grundsätzlich mit allen anderen naturheilkundlichen Methoden verbinden.  Es gibt mittlerweile einen großen Fundus an anerkannten Heilpflanzen, deren Wirkung auch wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Grundsätzlich können alle Teile der Pflanze zur Verwendung kommen, von der Wurzel bis zur Blüte. Die Wirkung der Heilpflanzen beruht auf ihrer meist sehr komplexen Zusammensetzung aus ätherischen Ölen, Bitterstoffen, Gerbstoffen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen. Die daraus gewonnenen Arzneimittel können in den unterschiedlichsten Darreichungsformen zur Anwendung kommen, wie zum Beispiel innerlich in Form von Tee’s, Tinkturen, Tropfen bzw. Saft oder äußerlich als Salbe, Creme oder Wickel.