Praxis für Naturheilkunde
Jenny Reetmeyer - Heilpraktikerin -

Entstehung der Schlangengifttherapie

Bei der Horvi-Reintoxin-Therapie handelt es sich um eine reine Enzymtherapie, die sich mittlerweile über Jahrzehnte bewährt hat und über eine hohe Indikationsbreite verfügt. Das Positive bei der Horvi-Therapie ist, dass unter Gabe des richtigen Enzyms die gestörte Zelle wieder die richtige Funktion aufnimmt, während intakte Zellen nicht beeinflusst werden.

Entwickelt und erforscht wurde die Horvi-Reintoxin-Therapie in den 40er Jahren von dem Pharmakologen und Chemiker, Dr. Diesing. Ihm gelang als Leiter der Forschung am Institut für experimentelle Tierforschung des Unternehmens Horvi-Chemie erstmals die Herstellung tierischer Reintoxine. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse wurde der Grundstein für die Herstellung auf Schlangengift basierender Präparate im industriellen Maßstab gelegt.

Diese Präparate können nicht nur aus Schlangengiften, sondern auch aus anderen Tiertoxinen (Kröten-, Spinnen-, Skorpion- und Molchtoxinen) bestehen, oder aus Kombinationen mit geeigneten Pflanzenwirkstoffen, die die Wirksamkeit erhöhen.

 

Wirkungsweise der Schlangengift Therapie:

Wichtig zu wissen ist, daß es sich bei dieser Therapieform um eine reine Enzymtherapie handelt. Ein Enzym, früher Ferment, ist ein Stoff, der aus biologischen Riesenmolekülen besteht und als Katalysator eine chemische Reaktion beschleunigen kann. Ohne Enzyme ist ein geordneter Stoffwechsel nicht möglich.

Bei einem Enzymdefekt tritt eine verminderte oder vollständig fehlende Aktivität eines Enzyms auf. Je nachdem welcher Stoffwechselschritt davon betroffen ist, führt dies zur vollständigen oder teilweisen Minderung der Zellfunktion und auch teilweise zur Anhäufung schädlicher Zwischenprodukte.

Genau hier setzt die Schlangengifttherapie an, denn die vielfältigsten Krankheiten können durch Enzymdefekte auftreten, bedingt durch z.B. einen erblichen Enzymdefekt des Glykogenabbaus, bzw. der Glykogensynthese, besonders in Leber, Nieren, Herz, Muskulatur und dem zentralen Nervensystem (ZNS).

Bei Schlangengiften wird zwischen neurotoxischen und fermentativen Substanzen unterschieden, die unterschiedlich auf unseren Stoffwechsel, das Blutbild, bzw. die Blutgerinnung und unser Nervensystem einwirken. 

Beim Einsatz der Horvi-Reintoxine kommen jedoch nicht die einzelnen Neurotoxine und Fermente zum Einsatz, sondern der Gesamtkomplex des Schlangengiftes. Diese Vorgehensweise wurde erst durch den so genannten fermentativen Abbau der Eiweißbrücke nach Dr. Waldemar Diesing möglich. Auf diesem Weg konnte der Eiweißgehalt des Roh-Giftes für den menschlichen Organismus ausreichend stark gesenkt werden, ohne dass das Gift zerfiel und dadurch unwirksam wurde.